Blutegeltherapie

 

Die Blutegeltherapie ist eine traditionelle, natürliche und anerkannte Therapie bei einer Reihe von Humanerkrankungen. Sie wird bereits seit über 3000 Jahren in den unterschiedlichsten Gebieten der Medizin angewendet.

 

Vor allem Erkrankungen, denen Durchblutungsstörungen oder Entzündungsprozesse zugrunde liegen. Seitdem auch die Behandlung von Beschwerden der Haustiere vielen Menschen am Herzen liegt, wird die Blutegeltherapie zunehmend auch für Behandlungen von Tieren eingesetzt.

 

Das Geheimnis der Behandlung sind spezielle Wirkstoffe im Speichel der Blutegel, die in die Bisswunde abgegeben werden. Der Blutegel ist somit eine Art biologische Apotheke mit Wirkstoffen, die auch in der Schulmedizin ihren Einsatz finden. Diese weiten die Gefäße, wirken entzündungshemmend, entgiftend und schmerzstillend. Die natürliche Wirkstoffkombination des Blutegels ist jedoch einzigartig. Mit modernen Analysemethoden konnte in den letzten Jahrzehnten viele Wirkmechanismen der Speichelinhaltsstoffe des medizinischen Blutegels aufgeklärt werden.

 

Von diesem Hintergrund wurden Blutegel als Fertigarzneimittel eingestuft und unterliegen den gleichen Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit, die an alle zulassungspflichtigen Arzneimittel gestellt werden. Die Blutegel werden speziell für medizinische Zwecke, unter streng hygienischen Voraussetzungen, gezüchtet. Jeder Egel wird nur ein einziges Mal angesetzt, so dass die Übertragung von Infektionen sicher vermieden wird.

 

Anwendung:

 

Abhängig von der Erkrankung und der Größe des zu behandelnden Gebiets kommen zwei bis maximal zwölf Egel zum Einsatz. Häufig ist eine einmalige Anwendung ausreichend kann aber in besonderen Fällen je nach Indikation und Verlauf der Erkrankung auch häufiger geschehen. Die ca. zwei bis vier cm langen Egel werden direkt auf die Haut gesetzt, an der jeweiligen betroffenen Stelle. Der Biss ist dank eines im Speichel enthaltenen Schmerzmittels in der Regel nicht schmerzhaft für das Tier. Im weiteren Verlauf ( 15-90 Minuten) leitet der Blutegel die Wirkstoffe beim Saugen in das Gewebe ein. Hat sich der Blutegel mit dem Blut des Tieres vollgesogen, fällt er von alleine wieder ab.

 

Im Anschluss an die Behandlung wird durch den Wirkstoff Calin (Saratin) die Bisswunde offengehalten und kommt es meistens zu einer gewünschten Nachblutung . Die Stärke der Nachblutung ist von Tier zu Tier verschieden und kann vier bis zwölf Stunden andauern. Die Wunde wird daher mit einem Verband versorgt. Nach spätestens einer Woche ist die Wunde in der Regel verheilt.

 

Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich nach dem Therapieerfolg, der oft schon nach der ersten Anwendung sichtbar ist.

 

Die Frage vieler Tierbesitzer ist oft wie Ihr Tier auf diese Behandlung reagiert. Haustiere akzeptieren den Blutegelbiss in der Regel ohne Abwehrreaktion und tolerieren die Behandlung meist geduldig. Sie haben im Verlauf der Evolution die heilsame Wirkung des Blutegelbisses in Ihrem Instinkt verankert. Viele Tiere dösen bei der Behandlung ruhig vor sich hin.

 

Einsatzmöglichkeiten der Blutegeltherapie:

 

  • Athritis / Athrosen
  • Gelenksfehlbildungen (HD / ED )
  • Erkrankung des Bänder- und Sehnenapparats
  • Wirbelsäulenerkrankungen ( Spondylosis Deformas , Spondylathrosen, Diskopathie Cauda Equina Kompressions Syndrom)
  • Neuritiden ( Nervenreizung, - entzündungen z.B Ischialgie)
  • Lumbago ( Hexenschuss)
  • Myogelose
  • Ekzeme ( auch Leckekzeme , Ohrekzeme, Zwischenzehenekzeme)
  • Abzesse
  • Mastitis ( Gesäugeentzündung)
  • Wundheilungsstörungen
  • Narbenproblematiken
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Venenerkrankungen ( Thrombosen, Thrombophlebitis)
  • Lymphangitis ( Lymphbahnenentzündung
  • Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Huf- und Klauenerkrankungen ( Mauke, Hornfäule)
  • Gallen ( auch Piephacke oder Nackenbäule)
  • Hufrollenproblematik
  • Phlegmone (Einschuss)

 

Besonders bei Arthrose ist die Blutegeltherapie hervorragend geeignet, Schmerzen zu lindern. Durch den Entstauungseffekt können Schwellungen reduziert werden. Oft werden die Beschwerden bereits nach der ersten Behandlung spürbar gelindert. Aber auch bei Wundheilungsstörungen ist es sehr bewehrt, da der Speichel der Blutegel antiviral, antibakteriell und teilweise antimykotisch wirkt.